Das Unsichtbare ausbalancieren: Leben mit Typ-1-Diabetes und die mentale Last hinter den Kulissen

Es gibt Tage, an denen sich mein Leben anfühlt, als würde ich gleichzeitig zwei Bälle in der Luft halten, die beide nie den Boden berühren dürfen. Der eine Ball heißt Typ-1-Diabetes, der andere heißt ein kleiner Welpe. Beides ist wunderschön, aber beides bedeutet auch Verantwortung rund um die Uhr. Während mein Hund mich mit großen Augen daran erinnert, dass ich seine ganze Welt bin, erinnert mich mein Diabetes daran, dass ich meine eigene Welt nicht aus den Augen verlieren darf.

Seit ich Hugsy bei mir habe, hat sich mein Alltag komplett verändert. Plötzlich stehen Spaziergänge, Spielen, Training und ganz viel Nähe im Vordergrund. Aber so sehr ich mich auf ihn einlassen möchte, mein Blutzucker erlaubt mir keine Pausen. Ich kann nicht einfach sagen: Heute lasse ich ihn laufen, wie er will, und mich selbst vergesse ich dabei. Ich muss beides im Blick behalten – seine Bedürfnisse und meine.

Und genau das kann manchmal eine unsichtbare Last sein. Denn während alle um mich herum nur den süßen Welpen sehen, kämpfe ich im Hintergrund mit Schwankungen, Alarmen, dem ständigen Mitdenken. Es ist dieses ständige Jonglieren, das meine mentale Gesundheit herausfordert. Ich habe mich oft zerrissen gefühlt: Kümmerst du dich jetzt zuerst um deinen Hund oder um deinen Zucker? Beide dulden kein Warten.

Mit der Zeit habe ich aber auch gemerkt: Ich brauche Entlastung, und die darf ich mir auch nehmen. Denn wenn ich nicht stabil bin, kann ich meinem Hund keine gute Bezugsperson sein. Das war für mich ein wichtiger Lernprozess: Selbstfürsorge ist keine Konkurrenz zu Fürsorge für ihn – sie ist ihre Voraussetzung.

Ein Stück dieser Entlastung kommt für mich durch Technik. Ich hätte nie gedacht, wie sehr mir ein System wie der Omnipod 5 im Hintergrund helfen würde. Es ist nicht so, dass er meinen Diabetes verschwinden lässt. Natürlich muss ich nach wie vor achtsam sein, Entscheidungen treffen, Verantwortung übernehmen. Aber er fängt mich in Momenten auf, in denen ich sonst schnell an meine Grenzen geraten wäre. Wenn Hugsy draußen plötzlich vor Freude losrennt und ich im Eifer des Moments vergesse, rechtzeitig meinen fallenden Blutzucker wahrzunehmen oder vergessen habe, einen Low-Snack einzupacken, fängt mich der Omnipod 5 meistens rechtzeitig automatisch auf. Wenn ich beim Kochen mit ihm beschäftigt bin und der Blutzucker langsam steigt, merkt es das und passt sich an und gibt mir mehr Insulin. 

Das mag nach kleinen Dingen klingen, aber mental bedeutet es viel. Es macht einen Unterschied, ob ich ständig mit angespanntem Blick auf die Kurve starre. Es nimmt den Druck, immer perfekt reagieren zu müssen. Ich darf mich wieder mehr auf den Augenblick einlassen – und genau das ist es, was mich mit meinem Hund verbindet.

Denn Hugsy lebt nur im Moment. Für ihn gibt es keine Kurven, keine Werte, kein Morgen. Er freut sich über das Jetzt, über das Spielzeug, über kuscheln auf dem Sofa. Und genau darin steckt für mich eine große Lehre: den Kopf an manchen Stellen loszulassen und Vertrauen zu haben – in mich und mein AID-System. 

Natürlich gibt es nach wie vor schwierige Phasen. Nächte, in denen ich kaum schlafe, weil ich gleichzeitig Sensoralarme höre und darauf achte, ob der Hugsy ruhig atmet und weiterschläft. Tage, an denen mir die Verantwortung zu viel wird und ich am liebsten beide Bälle einfach fallen lassen würde. Aber gerade dann ist es umso wichtiger, dass ich die kleinen Hilfen sehe, die mir das Leben leichter machen.

Ich glaube, mentale Gesundheit im Alltag mit Typ-1-Diabetes heißt nicht, dass alles immer reibungslos läuft. Es heißt, Werkzeuge und Strategien zu haben, um Lasten tragbar zu machen. Für mich gehört dazu das Journaling am Morgen, an die frische Luft gehen mit Hugsy, kleine Achtsamkeitsmomente zwischendurch, in denen ich die Dankbarkeit sehe, einen so tollen Welpen zu haben – und eben auch der Omnipod 5, der still im Hintergrund mitarbeitet.

So entsteht ein Alltag, der nicht perfekt ist, aber tragfähig. Einer, in dem ich gleichzeitig Hundemama und Diabetikerin sein kann, ohne dass einer der beiden Anteile mich erdrückt.

Am Ende bleibt: Typ-1-Diabetes wird nie verschwinden. Mein Hund wird immer meine Fürsorge brauchen. Aber mit den richtigen Hilfen und der Erlaubnis, mich selbst nicht zu vergessen, kann ich beide Bälle tragen – und manchmal sogar das Gefühl haben, dass sie leicht in der Luft schweben.

Dieser Blogbeitrag ersetzt keine medizinische Beratung und/oder Dienstleistungen von einer medizinischen Fachkraft. Du solltest diesen Blogbeitrag auf keinen Fall als Grundlage für deine eigenen Entscheidungen zur Gesundheit oder Behandlung nehmen.

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