Gute Morgen Leute!

Ich habe schon oft auf sozialen Medien gesehen, dass viele andere Menschen mit Typ 1 Diabetes sich entschieden haben, einem Lebensstil mit wenig oder weniger Kohlenhydraten, bzw „Low Carb“-Ernährung, zu folgen. Also dachte ich mir, ich probiere das auch mal. Ich bin ein sehr auf Kohlenhydrate versessener Mensch. Meine Instagram-Bio beinhaltet buchstäblich die Worte „Kohlenhydrate, Kohlenhydrate, Kohlenhydraaaaate“. Ich mag Essen, okay?!

Aber ich dachte mir schon immer, dass es eine wirklich interessante Idee sei. Ich merkte, dass die Menschen gute Dinge darüber sagten und es ihnen half, ihren Blutzucker zu kontrollieren. Also dachte ich mir, ich probiere aus, ob es etwas ist, das mich interessieren und mir helfen würde, den Blutzucker unter Kontrolle zu halten.

Es wichtig zu erwähnen, dass ich nicht vollständig auf Low-Carb umgestiegen bin, weil mein Körper an so viele Kohlenhydrate gewöhnt ist, dass es nicht gesund wäre das zu tun. Mein Ziel war es also, auszuprobieren bei ca. 20 bis 30 Gramm Kohlenhydrate pro Mahlzeit zu bleiben, was wahrscheinlich noch viel weniger ist als das, was ich anfangs gewohnt war. (Es ist keine Lüge, wenn ich sage, dass ich Kohlenhydrate LIEBE.) Ich bin definitiv kein Experte, wenn es um Kohlenhydrate geht, aber im Wesentlichen nimmt der Körper alle Kohlenhydrate, die man zu sich nimmt und spaltet sie in Glukose auf, welche wiederum verwendet wird, um uns Energie zu liefern1.

Vor ein paar Monaten versuchte ich also, mich Low-Carb zu ernähren und ich fand viele Vorteile dabei. Ich ernähre mich jedoch jetzt nicht mehr Low-Carb, da dies momentan nicht zu meinem Lebensstil passt. Wie ich bereits gesagt habe, esse ich sowieso viele Kohlenhydrate. Manchmal suche ich mir jedoch inzwischen eine Mahlzeit oder Snacks mit weniger Kohlenhydraten aus, wenn ich das Gefühl habe, dass ich an diesem Tag schon viele Kohlenhydrate gegessen habe.

Wenn Ihr darüber nachdenkt, eine Ernährung mit wenig Kohlenhydraten auszuprobieren, dann werde ich nachfolgend auflisten, was mir daran gefallen hat und was nicht.

GEFÄLLT MIR: INSULINBEDARF REDUZIERT

Oh, Du meine Güte! In den letzten Jahren hat sich mein Insulinbedarf nicht notwendigerweise großartig verändert. Ab und zu muss ich Änderungen vornehmen, aber das sind normalerweise kleine Anpassungen. Aber als ich mich Low-Carb ernährt habe, ging mein Insulinbedarf um irre Mengen zurück. Da ich so wenig Kohlenhydrate aß, ging natürlich mein Malzeitenbolus zurück. Doch meine Basalraten änderten sich im Tagesverlauf auch dramatisch. Für mich halbierten sich meine Basalraten praktisch im gesamten Tagesverlauf. Es ist mir eigentlich egal, wie viel Insulin ich brauche, aber ich fand es verrückt, wie eine Veränderung meiner Ernährung mich so sehr beeinflussen konnte!

GEFÄLLT MIR NICHT: SCHWIERIGKEIT, ALTERNATIVEN ZU FINDEN

Es war zuerst sehr seltsam, meine Kohlenhydrataufnahme zu reduzieren oder Alternativen für die Kohlenhydrate zu finden. Für mich war es offensichtlich eine neue Art zu essen, also wusste ich, es würde einige Zeit dauern sich daran zu gewöhnen. Aber zuerst fühlte es sich so an, als würde ich zu den Hauptmahlzeiten beträchtlich weniger essen als vorher. Dafür aß ich viel mehr Snacks als vorher.

GEFÄLLT MIR: GEMÜSE

Oh, ich war nie eine Gemüsefanatikerin. Nicht gut, ich weiß. Aber meine Mutter wird sich freuen zu hören, dass ich jetzt mein Grünzeug esse!! Mich Low-Carb zu ernähren zwang mich, meinen Teller mit anderen Dingen zu füllen. Also futterte ich viel mehr Gemüse zu meinen Mahlzeiten und das tue ich immer noch. Da sie alle randvoll mit Ballaststoffen sind, fühlte ich mich nach meinen Mahlzeiten viel satter. Dies versuche ich beizubehalten, weil ich mich dadurch viel besser fühle.

GEFÄLLT MIR NICHT: WEGLASSEN

Es war ein wirklich seltsames Gefühl, aber ich fühlte mich so als versäumte ich etwas. Als wenn es Lebensmittel gab, die ich wollte, ich mich aber einschränkte, da ich „wenig Kohlenhydrate“ essen wollte. Das hatte mehr mit mir zu tun und der Art Mensch, die ich bin. Ich bin zum Beispiel sehr ehrgeizig. Wenn ich mir also etwas in den Kopf gesetzt habe, tue ich das auch. Deshalb habe ich mich persönlich unter Druck gesetzt, auch wenn es nicht unbedingt notwendig gewesen wäre. Ich musste mir also irgendwie selbst beibringen, dass ich mich an Low-Carb versuchte, weil ich es wollte, nicht, weil ich es musste. Also hätte ich Kohlenhydrate essen können, wenn ich das gewollt hätte.

GEFÄLLT MIR: WENIGER SPITZEN IN MEINEM BLUTZUCKERVERLAUF

Ganz ehrlich, meine CGM-Grafiken waren so erfreulich anzuschauen - sie waren glatter als je zuvor. Da ich nicht so viele Kohlenhydrate aß, hatte ich nicht so viele Spitzen in meinem Glukose Verlauf bemerkt wie jetzt. Ich fand es leichter, meinen Blutzucker innerhalb des Zielbereiches zu halten, was sich richtig toll anfühlte.

GEFÄLLT MIR NICHT: UNTERZUCKERUNG – *WÜRG*.

Würg. Das war so frustrierend. Als ich anfänglich versuchte meine Insulin Menge anzupassen, litt ich unter vielen Unterzuckerungen. Es hat bei mir eine Weile gedauert und fühlte sich nach viel Arbeit an, aber es hat nicht ewig gedauert, versprochen. Wir wissen doch alle, wie Unterzuckerungen sind; sie können lästig sein. Die wenigen Tage, bis alles angepasst war, fühlten sich wie Wochen an…puh.

Also ich hoffe, dass die Vor-und Nachteile, die ich zur Low-Carb Ernährung zusammengestellt habe, hilfreich sind. Es ist wichtig zu unterstreichen, dass wir alle verschieden sind und unsere Körper unterschiedlich auf Veränderungen reagieren. Was sich also bei mir bemerkbar machte, muss nicht unbedingt auch Auswirkungen auf dich haben. Aber ich wollte einfach meine Erfahrungen mit euch teilen. Wie gesagt, ich ernähre mich im Moment nicht Low-Carb, weil ich derzeit ziemlich oft ins Fitnessstudio gehe und ich bei der Arbeit täglich 12 Stunden lang auf den Beinen bin, sodass ich gerne Kohlenhydrate esse. Sie sorgen dafür, dass ich mich energiegeladener fühle.

Ich habe jedoch ein absolutes Knaller-Chili-Rezept. Also bleibt dran und ich teile es vielleicht sehr bald mit euch.

Cally x

 


Veröffentlicht am 06. Januar 2020.


Von Cally Roberts

Ich bin 22 Jahre alt und habe seit 12 Jahren Typ 1 Diabetes. Ich bin derzeit an einer Akademie, wo ich zur Kinderpflegekraft ausgebildet werde, und ich hoffe, dass ich eines Tages eine Diabetes-Fachpflegekraft werden kann, die anderen wie mir hilft und sie unterstützt.

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Insulet hat Cally Roberts ein Honorar für die Erstellung dieses Contents bezahlt.


Referenzen:

  1. Warum wir Kohlenhydrate essen müssen: nhs.co.uk


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